Zeugnis

Feldschlösschen : Seit 2013 verschaffen uns unsere Elektrostapler einen Wettbewerbsvorteil

Verteilerverkehr

Elektromobilität

4min
Renault Trucks D Z.E. Carlsberg

Thomas Stalder ist VP Customer Supply Chain bei der Tochtergesellschaft der Carlsberg Gruppe, Feldschlösschen, dem größten Brauerei- und Getränkelieferanten der Schweiz. In seinem Interview unterstreicht er den strategischen Beitrag von Elektro-Lkw zur klimaneutralen Logistik.

Renault Trucks D ZE Illustration Carlsberg Feldschlösschen

 

Können Sie Ihr Unternehmen und seinen Markt vorstellen? Feldschlösschen wurde 1876 von Theophil Roniger und Mathias Wüthrich gegründet und ist seit mehr als 120 Jahren Marktführer in der Schweiz. Es beschäftigt 1'200 Mitarbeitende an 21 verschiedenen Standorten in der ganzen Schweiz. Gebraut wird an zwei Produktionsstandorten: Rheinfelden und Sion. In Rhäzüns stellen wir Erfrischungsgetränke und Mineralwasser in Flaschen her. Der Biermarkt in der Schweiz ist stabil, aber die Zahl der Brauereien wächst ständig. Wir haben weltweit die höchste Anzahl an Brauereien pro Kopf der Bevölkerung. Der Markt ist also hart umkämpft.

 

Ihr Unternehmen engagiert sich für den Schutz der Umwelt. Was sind die wichtigsten Erfolge in diesem Bereich? Mit unserem Programm "Together Towards ZERO" haben wir uns ehrgeizige Ziele in vier Schlüsselbereichen gesetzt: CO2-Fußabdruck, Wasserverschwendung, verantwortungsbewusstes Trinken und Arbeitsunfälle. Fußabdruck haben wir unseren Anteil an selbst erzeugter erneuerbarer Energie im vergangenen Jahr von 50 % auf 66 % erhöht. Dies war möglich durch die Nutzung von Biogas aus unseren eigenen Betrieben sowie durch die Verwendung von Alkohol aus der Produktion von alkoholfreiem Bier, den wir zur Wärmeerzeugung nutzen.

 

Was macht Sie besonders stolz auf Ihr berufliches und persönliches Engagement für den Umweltschutz? Bier ist ein Naturprodukt. Wir beziehen unsere Rohstoffe direkt aus der Natur und haben daher schon immer eine enge Beziehung zur Umwelt gehabt. Umweltschutz ist für uns seit mehreren Jahrzehnten ein wichtiges Thema. Wir haben uns klare Ziele gesetzt, sind dem Pariser Klimaabkommen beigetreten und planen, bis 2030 klimaneutral zu sein. Wir haben zahlreiche Maßnahmen identifiziert, die uns helfen werden, unsere Auswirkungen aus eigener Kraft auf Null zu reduzieren.

Ich bin stolz darauf, dass wir mit der Anschaffung von Elektro-Lkw einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zur klimaneutralen Logistik gemacht haben. Wir haben uns seit einigen Jahren auf diesen Schritt vorbereitet. Bereits 2008 haben wir die erste E-Fahrzeugflotte für die Kundenbelieferung eingeführt. Wir haben konsequent die Schiene als Teil unseres Logistiknetzes genutzt. Stolz bin ich aber auch auf den Anteil der erneuerbaren Energieerzeugung aus dem eigenen Betrieb, der inzwischen 66 % erreicht hat, unter anderem durch die Verwendung von Alkohol aus alkoholfreiem Bier.

Ich bin auch persönlich bestrebt, meinen CO2-Fußabdruck so weit wie möglich zu reduzieren. Ich lebe energieeffizient und verzichte auf fossile Brennstoffe, produziere als Selbstversorger Strom im eigenen Haus, und für kurze Fahrten nutzen wir ein Elektroauto, das mit unserem selbst erzeugten Strom fährt.

Welche Rolle spielen die Elektro-LKWs in der CO2-freien Lieferpolitik der Carlsberg-Gruppe und von Feldschlösschen? Die Elektro-LKWs sind ein wichtiger Beitrag zu unserem Ziel einer klimaneutralen Logistik, ein ein wichtiger Teil unseres Plans. Wir nutzen die Bahn für die längsten Lieferwege und die Elektro-LKW für die kürzeren. Wir haben diese Politik vor einigen Jahren beschlossen und konsequent darauf hingearbeitet. Wir haben die Vision einer kohlenstoffneutralen Logistik und haben schon sehr früh mit der Einführung von Elektro-Lkw begonnen. Bereits 2013 haben wir die ersten 18-Tonner in der Schweiz eingeführt. Wir haben viele Tests durchgeführt, und die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) in Zürich hat für uns eine Studie durchgeführt und eine ökologische und ökonomische Analyse erstellt. Wir haben viel Erfahrung und wollen diese nutzen, um die Elektromobilität weiter voranzutreiben.

 

Warum haben Sie sich für die Anschaffung von 20 D Wide Z.E.-Fahrzeugen von Renault Trucks entschieden? Nachdem wir 2013 die ersten 18-Tonnen-Elektro-Lkw getestet und unsere Erfahrungen ausgewertet hatten, trafen wir vor über fünf Jahren die Entscheidung, auf Elektro-Lkw umzusteigen. In Gesprächen mit Renault Trucks haben wir schnell gemerkt, dass die Möglichkeiten gegeben sind, und unsere Pläne, so schnell wie möglich umzusteigen, wurden verstanden. Wir arbeiten sehr eng mit Renault Trucks zusammen und diskutieren sehr offen und konstruktiv, was uns überzeugt hat, dass Renault Trucks der richtige Partner ist. Außerdem war die Außerdem hat uns die von Renault Trucks Financial Services vorgeschlagene Finanzierungslösung geholfen, unsere Entscheidung zu treffen und den Vertrag über 20 D Wide Z.E.-Lkw zu unterzeichnen.

Verschaffen Ihnen die Elektrostapler einen Wettbewerbsvorteil? Da Umweltfragen für den Verbraucher immer wichtiger geworden sind, ist es sicherlich ein Vorteil, diese Technologie einzusetzen. Auf diese Weise können wir den Kunden zeigen, dass unsere Ziele nicht nur abstrakt auf dem Papier stehen, sondern tatsächlich umgesetzt werden. Aber unsere Ambitionen reichen noch weiter zurück. Unser Ziel, kohlenstoffneutral zu sein, bestand schon lange vor den Klimademonstrationen. Als Unternehmen sind wir überzeugt, dass wir uns unserer Verantwortung gegenüber künftigen Generationen bewusst sein müssen und alles tun müssen, um eine intakte Umwelt zu hinterlassen.

 

Werden die Mehrkosten für Elektrostapler durch wirtschaftliche Vorteile für Ihr Unternehmen aufgewogen? Natürlich haben wir eine wirtschaftliche Bewertung der Elektrostapler durchgeführt. Trotz allem müssen wir bereit sein, in eine neue Technologie zu investieren, auch wenn sie zunächst nicht wirtschaftlicher ist als Lkw, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Langfristig gesehen ist es der richtige Schritt.

 

Was bedeutet eine Elektroflotte für die Lieferorganisation? Unsere Fahrer müssen sich an die Elektro-LKWs gewöhnen, aber sie sind stolz darauf, sie zu fahren und freuen sich, dass Feldschlösschen auch in diesem Bereich eine Vorreiterrolle einnimmt und sie ein Teil davon sind. Bis auf die Tatsache, dass die Fahrer am Anfang geschult werden müssen, hat sich nichts geändert. Wir liefern nach wie vor täglich an unsere Kunden aus, wie wir es schon immer getan haben.

 

Welche Vorteile versprechen Sie sich von Ihrer Investition? Dass wir unsere CO2-Ziele erreichen. Und dass wir mehr Erfahrung mit dieser neuen Technologie sammeln.

 

Wie sehen Sie die Zukunft von Logistik und Elektromobilität? Kombinierte Bahn-Elektromobilitätsmodelle, wie wir sie jetzt entwickelt haben, könnten in Zukunft auch für andere Unternehmen ein Vorbild sein.